Geschichte

Die beständige Romantik amerikanischer Muscle Cars

Von Tom | 20. November 2020


Nur wenige Autos stehen so für ein Land und eine Ära wie die amerikanischen Muscle Cars. Zu den großen Namen dieser Szene gehören Plymouth Roadrunner und Chevrolet Camaro. Sie und viele andere amerikanische Hochleistungsfahrzeuge haben eine längst vergangene Ära der Freiheit, Freizügigkeit und Unbekümmertheit geprägt. Für manche Menschen mögen es nur Autos sein, aber für andere, darunter Oldtimer-Experte Arjan Rietveld, ist die Romantik der Muscle Cars lebendiger denn je.


Jeder, der sich mit der amerikanischen Popkultur befasst hat, kennt die dicken Muscle Cars. Clint Eastwood präsentierte diese Kraftpakete in seinen Filmen, Wilson Pickett machte sich und dem Auto mit „Mustang Sally" einen Namen und die Heldinnen aus "Thelma & Louise", entkamen in einem Ford Thunderbird.  



1970 Chevrolet Chevelle SS

„Die Popkultur hat eine große Rolle für die große Begeisterung für amerikanische Muscle Cars gespielt“, sagt Arjan. „Es gibt unglaublich viele Filme und Serien, in denen die großartigsten Schlitten vorgekommen sind. Ich denke dann immer sofort an den Dodge Charger aus "Ein Duke kommt selten allein" (während der Serie wurden ein paar hundert Autos zu Schrott gefahren), den Trans Am aus "Ein ausgekochtes Schlitzohr" und den wohl bekanntesten, den Mustang 390 Fastback aus "Bullitt" mit Steve McQueen. Und mit der Begeisterung bin ich nicht allein. Letzterer wurde erst vor Kurzem für 3,7 Millionen Dollar versteigert. Die Liste ist endlos und das hat dazu geführt, dass die Muscle Car-Szene auch heute noch sehr lebendig ist“.


Das Muscle Car


Der Begriff Muscle Car kling kraftvoll und mächtig, was letztlich auch das wichtigstes Verkaufsargument war: Kraft. „Die meisten Muscle Cars basieren auf Serienmodellen, haben jedoch einen dicken V8 und eine höhere Motorleistung“, erklärt Arjan. „Zudem dreht sich alles um den richtigen Sound - am schönsten ist es doch, wenn aus dem Auspuff ein heftiges Gewitter kommt“. Häufig sind es Mittelklasse-Limousinen mit zwei Türen und Hinterradantrieb. Sie sind leicht, übermotorisiert und haben ein Handling wie ein Sack Schrauben, sind aber auf gerader Strecke unübertroffen schnell. 



1964 Chevrolet Impala

Der Markt war groß, viele Hersteller wollten mitspielen. Bis heute streiten sich die Fans darum, welcher die größten Muckis hat. Laut Arjan gibt es ein oder zwei Autos, die diesen Titel für sich beanspruchen können. „Zum einen, na klar, der Ford Mustang in all seinen Variationen. Jeder liebt ihn und direkt danach kommen die Corvettes“. Interessanterweise war der Mustang eigentlich nie ein Muscle-Car, auch wenn das viele nicht wahrhaben wollen. „Es gibt immer die Diskussion, dass ein Mustang kein Muscle-Car ist, was in seiner ursprünglichen Form auch stimmt. Aber sobald auf dem Heck der Zusatz "Shelby" oder "Mach" prangt, ist der Streit schlagartig beendet“. 


Die Symbolik eines Muscle Cars


Die Begeisterung ist bis heute ungebrochen und das liegt, wie bei allen anderen Oldtimer auch, daran wofür sie stehen. Sie entstanden in den 1950er Jahren im Amerika der Nachkriegszeit, einem Land, das die ersten Schritte als neue globale Supermacht machte. Der American Dream wurde weltweit zu einem Ideal von Freiheit und Chancen und dieses Ideal wird vom Muscle Car perfekt verkörpert. 


„Sie sind Synonym für eine Ära in einem Land, das für Freiheit und Wohlstand stand. Sie waren erschwinglich und relativ stark motorisiert. Das Fahren wurde zu einem Statement und es war hilfreich, dass die Auswahl groß war und jeder sich seinen persönlichen Traum erfüllen konnte.“ 



Bei der Entscheidung für eines dieser Autos geht es gleichermaßen um Symbolik und Leistung

Es waren und sind keine praktischen Autos und auch keine sinnvolle Investition. Aber wie Darwin Holstrom in American Muscle Cars: A Full-Throttle History erklärt, liegt der Reiz in der Symbolik. „Wenn man das Muscle Car als Stück Technik betrachtet, dann ja, ist der Reiz nicht besonders groß. Aber das ist der falsche Blickwinkel. Die Faszination hat mindestens genauso viel mit dem zu tun, was es symbolisiert, wie mit dem, was es ist. Symbole sind mächtig... und ein Muscle Car symbolisiert Möglichkeiten. Genauer gesagt symbolisiert es eine Ära, in der so etwas Monströses wie ein Muscle Car noch möglich war.“ 


Muscle Car-Kauf heutzutage


Die Fahrer von heute möchten sich ein Stück der alten Zeit zurückholen, weshalb klassische Muscle-Cars im Wert stark gestiegen sind. „Schwer zu sagen, welches Modell besonders wertstabil sein wird. Deshalb sollte man sein Geld unbedingt in einen Wagen investieren, der einem gefällt“, sagt Arjan über den aktuellen Markt. „Die Preise für Fahrzeuge aus den 60er und 70er Jahren sind in den letzten zehn Jahren in die Höhe geschossen, sodass man schon heute auf einem hohen Einstiegsniveau startet. Shelby Mustangs, Plymouth Roadrunners und seltenere Modelle sind schwierig, aber ich sehe noch gute Chancen bei Dodge Chargers, Pontiac GTOs und den Oldsmobile 442 sowie den Pontiac Firebird oder Chevrolet Camaro.“


Unabhängig davon, für welches Auto Sie sich entscheiden, Arjan betrachtet die Romantik der Muscle Cars als eine Romanze für die Ewigkeit. „Ich hatte schon immer eine Schwäche für die Wagen, die möglichst original sind. Da darf die Lackierung gerne etwas abgewetzt sein, solange nicht so viel daran herumgebastelt wurde. Es fasziniert mich, wie viel Spaß man mit so ein bisschen Metall haben kann. Zudem gibt es einen riesigen Markt mit modernen Bauteilen, mit denen man die Wagen noch umbauen kann. Und das ist das ganz Besondere an amerikanischen Muscle Cars. Sie sind faszinierend und individuell und man hebt sich von der Menge ab.“


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