Geschichte

Die Geschichte von Pininfarina anhand von drei Autos

Von Laura | 22. Mai 2020

Die unverwechselbaren Designs von Pininfarina haben die Automobilindustrie fast ein Jahrhundert lang dominiert. Mit einem außergewöhnlichen Portfolio von mehr 1.200 Fahrzeugkonstruktionen hat sich Pininfarina in fast allen Bereichen versucht. Vom Design von Reisebussen bis hin zur Zusammenarbeit mit Ferrari. Unser Oldtimer-Experte Franco Vigorito erzählt uns mehr.


1928 löste sich Battista „Pinin" Farina aus dem Karosseriebauunternehmen seiner Familie und gründete die Carrozzeria Pinin Farina. Mit der finanziellen Unterstützung seiner Frau (eine weitere Frau, die die Ingenieursträume ihres Mannes unterstützte) und Vincenzo Lancia (ja, genau dem Lancia), entwarf er später einige der beliebtesten Oldtimer aller Zeiten. „Es ist einfach unmöglich alle Meisterwerke aufzulisten, die Farina entwarf", erklärt Franco. „Die Geschichte von Pininfarina, der in der kleinen Handwerkswerkstatt anfing und später zu einer italienischen Marke mit Weltruhm wurde, ist einzigartig und etwas, auf das die Italiener stolz sind".

Das Pininfarina Logo

Cisitalia 202 Coupé

„Für viele Karosseriebauer war die Nachkriegszeit eine Art Renaissance", erzählt Franco. „Nicht überraschend, dass das Cisitalia 202 Coupé ebenfalls in dieser Zeit entstand". Der Entwurf stammt aus dem Jahr 1946, brachte Pininfarina internationalen Ruhm ein und festigte die Position der Marke als führendes Unternehmen im Automobildesign. „Der Cisitalia 202 hat Charme und Eleganz und ist wahrscheinlich das berühmteste Nachkriegsauto von Pininfarina. Einschließlich der Cabriolets wurden insgesamt 70 Einheiten hergestellt und mit seinem Gitterrohrrahmen steht der Wagen für einen Quantensprung im Karosseriedesign“. 

Dass Franco das Wort „Renaissance" benutzt ist kein Zufall, denn der Cisitalia 202 wird als eine Art Kunstwerk betrachtet. Nur wenige andere Autos haben so viele künstlerische Ehrungen erhalten wie dieses. Arthur Drexler beschrieb das charmante, elegante Modell einst als „bewegliche Skulptur" und seit 1951 ist der Cisitalia 202 sogar im MoMA zu sehen, wo er als „eines der acht Weltwunder" ausgestellt ist.

Eine Giulietta Spider ausgestellt auf der Internationalen Automobilausstellung InterClassics & Topmobiel in Maastricht

Giulietta Spider

Anfang der 1950er Jahre stellte der US-Importeur von Alfa Romeo, Max Hoffman, eine verblüffende Anfrage an den Alfa-Vorstand. Franco erklärt: „Hoffman wollte eine Spider-Version der Alfa Giulietta Sprint und versprach dem Hersteller, sofort mehrere Modelle zu kaufen". Ein ernsthafter Vorschlag, durch den ein Rennen zwischen zwei legendären Designfirmen entbrannte: Bertone und Pininfarina. Letztendlich konnte Pininfarina den Sieg für sich verbuchen und die Giulietta Spider war geboren. Als offener Zweisitzer mit (für die damalige Zeit) aerodynamischer Karosserie, ist dieses Auto ein klassisches Beispiel für Pininfarinas Versuche, den Luftwiderstand seiner Fahrzeuge zu verringern. Zugleich war Alfa Romeo mit diesen Designideen der perfekte Adressat. Denn auch dadurch gelang es dem Unternehmen, die weltweiten Rennstrecken in den 50er und 60er Jahren weiterhin zu dominieren.

Ein Ferrari F40 auf dem Catawiki-Stand auf der Automotoretro in Turin

Ferrari F40

Der Ferrari F40 wurde von Nicola Materazzi konstruiert und von Pininfarina entworfen. Aber beim F40 mischte noch ein weiterer großer Name der Automobilgeschichte mit. Es war das letzte Auto, das von Enzo Ferrari höchstpersönlich für die Produktion genehmigt wurde. Diese Ikone kam im Jahr 1987, pünktlich zum 40. Jubiläum von Ferrari, auf den Markt und wurde laut Franco „zum heiligen Gral der Supersportwagen" gekürt. Bei kaum einem anderen Auto sprudelt die Begeisterung der Sammler und Automobilliebhaber so hoch wie beim F40. Mit seinem V8-Biturbo, 478 PS und einer Höchstgeschwindigkeit von 324 km/h, ist dieser Wagen ein echtes Geschoss und wurde durch die Linienführung von Pininfarina zu einer echten Legende. Was man nicht vergessen sollte, wir schrieben das Jahr 1987!“

„Auf Anhieb ein riesiger Erfolg und statt der ursprünglich geplanten 400 Autos, liefen insgesamt 1.311 Einheiten vom Band. Kurz gesagt, der Ferrari F40 ist nicht nur ein Auto, sondern hinsichtlich des Stils und der Leistung eine Ikone, die unter Sammler auf der ganzen Welt heißbegehrt ist".


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