Geschichte

Darum ist das Design des Formel-1-Helms für die Fahrer so wichtig

Von Beulah | 14. Mai 2020

Im Jahr 2019 gab die FIA bekannt, dass sie eine ihrer umstrittensten Regeln, die es Formel-1-Fahrern verbot, ihr Helmdesign so oft zu ändern, wie sie wollten, rückgängig machte. Aber warum war dieses Verbot überhaupt so umstritten? Liegt es daran, dass ein Formel-1-Helm oft als Möglichkeit für einen Fahrer gesehen wird, seine Kreativität auszudrücken? War es das Geld, das individuelle Formel-1-Helme bei einer Auktion einbringen können? Auf der Suche nach Antworten haben wir uns mit Hilfe des Sportmemorabilien-Experten Marc Jans in die Geschichte des Helmdesigns vertieft.


Als die Fédération Internationale de l'Automobile (FIA) ihr jährliches Reglement-Update für 2015 herausgab, gab es eine große Überraschung. Normalerweise dreht sich in diesem Katalog alles um die Fahrzeugsicherheit, um Motoren, Qualifying und Strafen, usw. Deshalb fühlten sich viele Fans auch wie vor den Kopf gestoßen. Auf einmal hieß es, die Fahrer dürften ihr Helmdesign im Laufe der Saison nicht mehr ändern.

Man begründete die Entscheidung damit, dass Zuschauer und Funktionäre die Fahrer so besser wiedererkennen könnten. Für viele unbegreiflich, unter ihnen Max Verstappen, der die Regel 2019 damit kommentierte, dass alle Autos mit gigantischen Nummern versehen seien und man damit problemlos alle Fahrer unterscheiden könne. Lewis Hamilton schloss sich dieser Haltung an und ermutigte seine Fans, ihre Missbilligung über Social Media zum Ausdruck zu bringen. Mit Erfolg. Der daraus folgende Aufschrei führte dazu, dass die FIA ihre bisherige Entscheidung aufhob und erkannte an, dass diese Form der Individualisierung für die Fahrer wichtig sei.

Ein signierter Helm von Max Verstappen

Wie sich das Erscheinungsbild der Formel 1 durchs Fernsehen veränderte

Sport und Fernsehen gehören seit jeher zusammen. Live-Übertragungen sorgen für hohe Einschaltquoten und ziehen natürliche große Sponsoren an , die Formel 1 bildet da keine Ausnahme. „Eigentlich wurde das Helmdesign erst wichtig, als die Formel 1 regelmäßig im Fernsehen ausgestrahlt wurde", sagt Marc Jans. „Das war auch der Zeitpunkt, als die großen Tabak-Unternehmen ihr Sponsoring ausbauten. Diese Unternehmen schwemmten riesige Geldsummen in den Sport und jedes hatte eine sehr genaue Vorstellung davon, wo ihr Logo erscheinen sollte: auf dem Auto, dem Rennanzug und natürlich auf dem Helm der Fahrer".

Davor bestand das Helmdesign zumeist aus der Landesflagge des Fahrers. „Aber sobald die Sponsoren auch im Helmdesign auftauchten, änderte sich die Wahrnehmung der Fans, wie ein Formel-1-Helm aussehen sollte", sagt Marc. „Seit den 90er Jahren sind sie zu eigenständigen Kunstwerken geworden und die Fahrer investierten viel Zeit dessen Aussehen. Aber nicht nur Tabakhersteller waren begeistert, sondern auch Designstudios. Die deutsche Firma Jens Munser Design (JMD) hat zum Beispiel alle Lackierungen für Max Verstappen, Sebastian Vettel und Daniel Ricciardo entworfen und ist damit groß geworden".

Spannungen zwischen Teamsponsoren und persönlichen Sponsoren

Natürlich geht es bei millionenschweren Sponsoringverträgen nicht primär darum, dass sich irgendwelche Fahrer kreativ ausleben können. „Wenn die fahrerischen Leistungen stimmen, dann kann ein Platz auf dem Helm so einige Millionen wert sein", erklärt Marc. „Heutzutage sind die meisten Werbeflächen (vom Auto bis zum Rennanzug) für die Teamsponsoren reserviert, während die persönlichen Sponsoren der Fahrer nur begrenzten Platz zur Verfügung haben". Wenn ein Fahrer vor die Wahl gestellt wird, ob er seinen Teamsponsor oder persönlichen Sponsor bevorzugt, versteht man schnell, warum viele von ihnen einen Kompromiss suchen und dann den Helm benutzen.

Typische Ferrari-rote Lackierung

Bedeutende Formel-1-Helmdesigns

Auch die Fans liebten die wechselnden Designs. „Besonders begehrt war immer der Helm mit der brasilianischen Flagge (in den Farben Gelb, Grün und Blau) von Ayrton Senna", sagt Marc. Deswegen wundert es auch nicht, dass unter den teuersten Formel-1-Helmen der Helm von Senna ganz oben steht. Er stammt aus der Saison 1990 und wurde im Februar 2019 für mehr als 150.000 Euro versteigert. „Auch heute sieht man noch einige Formel-1-Piloten, deren Helme in der typischen gelben Lackierung gehalten sind, um die Bewunderung für die Legende zu zeigen", sagt Marc. „Senna's Farben wurden sogar in anderen Motorsportserien, wie der MotoGP, übernommen.“ 

Seit die FIA ihre Entscheidung rückgängig gemacht hat, setzt Daniel Ricciardo mit seinem Kobe-Bryant-Tributhelm die Tradition fort, gefallene Stars zu ehren. Ricciardos Formel-1-Helm 2020 war wiederrum mit den Worten versehen: "become unstuck", womit er sein Engagement fortsetzt, die trivialen Dinge im Leben hinter sich zu lassen und sich auf das große Ganze zu konzentrieren.

Daniel Ricciardos maßgefertigter Helm 2019

Nicht alle Helmdesigns haben eine so tiefe Bedeutung, aber sie sind dennoch wichtig für die Fahrer. Unter seinen Lieblingsdesigns hebt Marc die Helme von Graham Hill und dessen Sohn Damon Hill hervor. Sie waren dem Londoner Ruderclub gewidmet, da Graham auch ein fanatischer Ruderer und Mitglied des LRC war.

Ein weiteres Beispiel ist der untypisch zurückhaltende Helm der Legende James Hunt. Das einfache schwarze Design mit drei bunten Streifen - eine Hommage an die Farben der alten Schule von Hunt - wurde viele Male nachgeahmt, zuletzt von Kimi Räikkönen. Ein weiterer Beweis dafür, dass diese Helme in unseren Herzen ebenso weiter leben wie auf den Köpfen der Fahrer.


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