Geschichte

Die Geschichte von Mercedes-Benz anhand von drei Autos

Von Simone | 4. Dezember 2019

Der Verbrennungsmotor, Bremsen an allen vier Rädern und der Airbag: es gibt nur eine Firma, die für derartige Innovationen auf dem Automobilmarkt verantwortlich sein könnte. Hier kommt eine kurze Geschichte über Mercedes-Benz, dargestellt anhand von drei wirklich innovativen Autos.

Benz Patent-Motorwagen

Der Benz Patent-Motorwagen war die Herzensangelegenheit des Ehepaares Karl und Bertha Benz und gilt als erstes wirklich praktisches Automobil. 

Karl Benz schloss sein Maschinenbaustudium im Alter von 19 Jahren erfolgreich ab. Doch schon viel früher hatte er eine ganze Reihe von Teilen für verschiedene Projekte erfunden, die er sich patentieren ließ. Mit dem Patent-Motorwagen entwarf er schließlich ein Fahrzeug, das zum Produktionsstandard für seinen Viertaktmotor wurde. Die Drehzahlregelung, die elektronische Zündung, die Zündkerze, der Vergaser, die Kupplung, das Getriebe und der Wasserkühler sind alles Erfindungen, die ihm zugesprochen werden können. 

Zusammen mit den Fahrradwerkstättenbesitzern Max Rose und Friedrich Wilhelm Eßlinger gründeten Karl und Bertha 1883 die Firma Benz & Companie Rheinische Gasmotoren-Fabrik (auch bekannt als Benz & Cie) zur Herstellung von Industriemaschinen. Finanziert durch Bertha Benz, konnte das Unternehmen 1885 Karls Projekt als „pferdelose Kutsche" patentieren lassen.

Der Benz Patent-Motorwagen war das erste Automobil, das darauf ausgelegt war, seine Antriebsenergie komplett eigenständig zu produzieren und gilt als das erste moderne Auto. Mit seinen drei Speichenrädern und dem Motor zwischen den Hinterrädern würde man dieses Fahrzeug heute kaum noch als Auto erkennen. Der Grund für dieses spezielle Design liegt in der Vorliebe Karls für Fahrräder. 

Aber auch Bertha war geschäftstüchtig und ebenfalls an der Entwicklung des Fahrzeugs beteiligt. Sie gab vor, dass sie den Prototyp für einen „Besuch" bei ihrer Mutter benötigte. Tatsächlich war dieser Besuch und die 104 Kilometer lange Reise, von Mannheim nach Pforzheim, als eine ausführliche Testfahrt ausgelegt, um ihrem Mann zu versichern, dass es eine Zukunft für seine Erfindung gab. Nebenbei gelang es ihr, ein weltweites Medieninteresse auf das neue Fahrzeug zu ziehen und die Geschäftszahlen anzukurbeln. Die Reise war sowohl für die technische Weiterentwicklung (sie hat ganz nebenbei die Bremsbeläge erfunden) als auch für die Absatzzahlen ihrer Erfindung entscheidend.


Benz Patent-Motorwagen

Mercedes 35 PS

Jetzt wissen wir, wer den Namen Benz in die Unternehmensgeschichte eingebracht hat. Stellt sich noch die Frage, wann der Name „Mercedes" in‘s Spiel kam. Das Ganze begann mit Emil Jellinek, einem erfolgreichen Geschäftsmann mit Hang zur Geschwindigkeit. Mit dem „Daimler Phönix" bestellte er 1897 sein erstes Auto der DMG (Daimler Motoren Gesellschaft). Begeistert von seinem Kauf, aber begierig darauf, noch schneller von A nach B zu kommen, bestellte er immer wieder die weiterentwickelten Fahrzeuge und begann, die Autos der DMG in der High-Society zu bewerben und zu verkaufen. 

Im Laufe der Zeit steigerte sich der Einfluss Jellineks auf DMG, häufig zur Verärgerung der Designer. Es wird berichtet, dass eine der häufigsten Kommentare von Jellinek war: „Deine Ingenieure sollten in einem Irrenhaus eingesperrt werden." Heute mag es viele überraschen, aber tatsächlich wurden viele der Vorschläge von Jellinek in der Fahrzeugentwicklung bei DMG berücksichtigt. Schließlich setzte sich Jellinek selbst ans Steuer und nahm unter einem Pseudonym erfolgreich an Autorennen teilen. Sie ahnen es bereits, er nutzte den Spitznamen seiner Tochter „Mercedes".

1900 schloss Jellinek einen Vertrag mit dem DMG-Chefingenieur Wilhelm Maybach: Für 550.000 Goldmark entwarf Maybach für Jellinek einen revolutionären Sportwagen, der während der Rennen in Nizza eingesetzt werden sollte: den Mercedes 35 PS. Dieses Auto schlug alle anderen Teilnehmer um Längen, erreichte damals die Rekordgeschwindigkeit von 60 km/h und war damit ein absolutes Novum. 

1902 beschließt die DMG, den Namen Mercedes als Marke für die gesamte Automobilsparte zu nutzen, und ein Jahr später ändert Emil Jellinek seinen Namen in Jellinek-Mercedes. „Dies ist wahrscheinlich das erste Mal, dass ein Vater den Namen seiner Tochter trägt", scherzte Jellinek-Mercedes. 1926 fusionierte DMG mit Benz & Cie., nahm den Namen Daimler-Benz an und übernahm Mercedes-Benz als Automarke. 

Mercedes 35 PS

Mercedes-Benz 300 SL „Flügeltürer”

Nach rund 50 Jahren im Geschäft kam auf Daimler-Benz eine schwierige Phase zu. Obwohl der Umsatz stabil war und sich das Unternehmen einen guten Ruf als Hersteller solider Fahrzeuge gemacht hatte, galten die Autos dennoch als zu seriös und farblos; kaum die außergewöhnliche Luxusmarke, die man heute kennt.

Dies änderte sich schlagartig, als Daimler-Benz 1952 nach einer jähen Unterbrechung durch den Zweiten Weltkrieg beschloss, wieder in den Rennbetrieb einzusteigen. Um im Wettbewerb zu bestehen, baute das Unternehmen den Mercedes-Benz W194, der aufgrund der sich nach oben öffnenden Türen schnell als „Flügeltürer" bekannt wurde. Die großen Erfolge dieses Autos ließen die Idee reifen, es auch als eine abgeschwächte Straßenversion herauszubringen, die speziell auf Rennsport-Liebhaber zugeschnitten war. Dies war der Grundstein für den Mercedes-Benz 300 SL.

Obwohl der 300 SL eines der teuersten Autos auf dem Markt war, schlug es über Nacht ein wie eine Bombe. Amateur-Straßenrennen wurden immer beliebter, und wohlhabende, hochkarätige US-Fahrer waren begierig darauf, den SL in ihre Finger zu bekommen. Der Flügeltürer wurde zum Kult und viele berühmte Besitzer - darunter Ralph Lauren, Pablo Picasso, Sophia Loren und Frank Lloyd Wright - festigten den Ruf von Mercedes-Benz für Stil und Eleganz. 

Model David Gandy mit dem Mercedes-Benz 300 SL Flügeltürer


Offiziellen Legendenstatus erhielt der 300 SL, als er von einer Expertenjury während der AutoRAI-Ausstellung in Amsterdam 1997 zum „Sportwagen des Jahrhunderts" ernannt wurde.

____________________

Ihr neues Fahrzeug finden Sie in unseren aktuellen Oldtimer-Auktionen oder Sie melden sich als Verkäufer auf Catawiki an.

Mehr entdecken zu Mercedes-Benz | Oldtimer

Diese Stories könnten Ihnen auch gefallen:


Erstellen Sie kostenlos Ihr Catawiki Nutzerkonto

Bei Catawiki bieten wir Ihnen jede Woche auf’s Neue eine beeindruckende Auswahl besonderer Objekte, die Sie überraschen wird. Melden Sie sich noch heute an und entdecken Sie die wöchentlichen Auktionen, die unser Team von Experten für Sie zusammengestellt hat.

Jetzt registrieren
Diesen Artikel teilen
Close Created with Sketch.
Noch nicht angemeldet?
Erstellen Sie Ihr kostenloses Catawiki-Benutzerkonto und bieten Sie jede Woche auf 50.000 besondere Objekte.
Melden Sie sich jetzt an!