Inspiration

Die seltsame Begeisterung der High Fashion für Alltagsgegenstände

Von Tom | 24. September 2019


Die Modewelt setzte sich schon immer gerne mit dem Ungewöhnlichen auseinander. Dies brachte schon viele unkonventionelle Entwürfe hervor, man überschritt die Grenzen des Machbaren und Innovationen wurden Teil des gesellschaftliche Bewusstseins. Heutzutage sind Modelabels bestrebt, ihr Angebot möglichst breit aufzustellen. So kommt es, dass sich bei der Vielfalt der Möglichkeiten manche an den ganz gewöhnlichen Dingen des Alltags abarbeiten, und das mit- zugegeben- unterschiedlichem Erfolg. Voller Stolz konnten wir vor Kurzem eine Gucci Schreibmaschine in unserer Auktion anbieten. In dem Zuge haben wir uns auch mit anderen Kooperationen beschäftigt, bei denen die High-Fashion auf Gegenstände traf, die man sicherlich nicht erwartet hätte.


Gucci Schreibmaschine


Im Mittelpunkt der Marke Gucci stehen seit Langem kreative Innovationen. Obwohl die Kollektionen des Unternehmens mit dem berühmten Doppel-G große Erfolge einfahren konnten, hat sich Gucci nie auf seinen Erfolgen ausgeruht. 


In den 1960er Jahren zum Beispiel hat die Firma gemeinsam mit dem Schreibmaschinenhersteller Olivetti eine limitierte Auflage der beliebten Lettera 32 herausgebracht. Obwohl die Zielgruppe in erster Linie Studenten und Schriftsteller waren, gelang es Olivetti mit dieser Auflage, sich ein hochwertiges Image aufzubauen und die häufig klobigen Maschinen im Luxussegment zu platzieren. Der auffälligste Unterschied dieses Modells lag darin, dass ein Gehäuse im Gucci-Stil zum Einsatz kam. In einer Zeit, in der Schreibmaschinen alles andere als mobil waren, konnte man sie mit diesem Koffer auch mitnehmen. Zugleich spiegelte das Gehäuse Guccis hang zur Innovation sowie das Talent wieder, seiner Ästhetik immer wieder treu zu bleiben. 


Das Gucci-Gehäuse macht diese Schreibmaschine so besonders


Tiffany & Co. - „Everyday Objects“


Wenn man über außergewöhnliche Designobjekte der Modebranche spricht, sollte man auf keinen Fall die umstrittene, aber treffend betitelte Kollektion „Everyday Objects“ von Tiffany & Co. vergessen. Unter Einsatz verschiedener handwerklicher Techniken, verwandelte das Unternehmen Heim- und Gartengeräte in kleine Kunstwerke. 


Die Kollektion, die von Briefbeschwerern aus Sterlingsilber über Maßbänder bis hin zu Essstäbchen und Eisschöpflöffel aus Nussbaum und Silber alles umfasste, ließ in ihrer Herangehensweise an den „Alltag" nichts unversucht. Die Preise waren jedoch etwas weniger gewöhnlich: Eine Blechdose aus Sterlingsilber und Vermeil (zum Aufbewahren vonBriefpapier) kostete 1.000 $, wohingegen man für schlappe 700 $ einen mit dem Tiffany & Co. Logo geprägten Satz Tischtennisschläger sein Eigen nennen konnte. Echte alltägliche Schmuckstücke. 


Der Einkaufskorb von Chanel


Chanels verstorbener Designchef Karl Lagerfeld war bekannt für seine ausgefallenen und manchmal skandalösen Entwürfe. Man denke zum Beispiel an die Nachbildung des Eiffelturms im Grand Palais. Aber kaum etwas spiegelt Lagerfelds Genie besser wider als der Chanel-Supermarkt, der für die Herbst/Winter-Kollektion 2014 des Labels geschaffen wurde. 


Dieser lebensechte Supermarkt, der ebenfalls im Grand Palais ausgestellt war, wurde mit rund 500 Arten von Chanel-Markenartikeln bestückt (darunter kuriose Dinge wie ein Camembert der Marke „Cambonay", ein Seitenhieb auf die Rue Cambon, wo Coco Chanel einst arbeitete). Der auffälligste Blickfang war jedoch der Chanel-Einkaufskorb. Dieser Korb bestand aus silbernen Ketten und hatte einen Lederbesatz. Er war in den Größen klein und normal erhältlich und kostete zwischen 4.000 und 7.000 €. Ganz anders als die üblichen Taschen der Marke, aber sicherlich perfekt geeignet um mit ihm Coco-smilch zu transportieren.


Die Geldklammer von Prada


Prada hat nie ein Geheimnis aus dem Interesse am Ungewöhnlichen und Seltsamen gemacht. Miuccia Prada (Chefdesignerin von Prada) hat das Label einmal damit beschrieben, dass es "Uniformen für die Ausgestoßenen" macht. Obwohl die meisten Prada-Kollektionen dieses Ziel erfüllten, ist die Geldklammer ein weiteres Beispiel, bei dem die Marke die Erwartungen seines Publikums untergrub. 


Sie ist aus Sterling Silber gemacht, hat die Form einer Büroklammer und wurde mit dem Prada-Logo geprägt. Der Preis für dieses besondere Stück lag bei rund 200 Euro und war ein schönes Statement dafür, dass die Marke immer ihrem Motto treu blieb: „Probiere immer etwas Neues“. 


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Modefans mit Sinn für das Außergewöhnliche sollten auf keinen Fall unsere Gucci Schreibmaschinen-Auktion verpassen oder sich direkt in unserer Kategorie Mode umsehen.


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