Leitfäden und Ratschläge

Alles, was Sie müssen, wenn Sie Ihr Geld in analoge Kameras investieren möchten

Von Tom I 3. September 2019


Die Jagd nach dem perfekten Schnappschuss war wohl zu keiner Zeit so wichtig wie in unserer Online-Welt mit ihren vielen Instagramfiltern. Infolgedessen erleben analoge Kameras ein Comeback- heißbegehrt von angehenden Fotografen, über Generationen hinweg. Möchte man in diese Thematik tiefer eintauchen, kann es schwierig werden. Bei all den vielen Dingen, die es zu beachten gibt, ist es nicht leicht, die Übersicht zu behalten. Wir baten unseren Kameraexperten Edwin Molenaar, uns darüber aufzuklären, was es zu beachten gibt, wenn man sein Geld in analoge Kameras investieren möchte.


Hallo Edwin, danke, dass du dir die Zeit genommen hast. Erzähl uns doch bitte mal, was die wichtigsten Dinge sind, die es beim Kauf einer analogen Kamera zu beachten gibt?



Edwin: Wenn man sich eine Kamera kauft, sollte man sich darüber im Klaren sein, wofür man sie benutzen möchte. 


Käufer, die eine analoge Kamera wirklich benutzen möchten, werden feststellen, dass viele Modelle aus den 1980er Jahren sehr gefragt sind. Zum Beispiel macht sich die legendäre AE-1-Serie von Canon sehr gut in den Auktionen auf [Catawiki]. Diese Art von Kamera wird bei der jungen Generation immer beliebter und sie erlebt gerade so etwas wie einen Hype. Aber nicht nur die Profis begeistern sich wieder für die Analogfotografie, sondern auch viele semiprofessionelle Fotografen. 


Wenn man Kameras sammeln möchte, dann sollte man unbedingt seinen Blick schulen. Denn wenn man kein Risiko eingehen möchte, sollte man immer bei Verkäufern kaufen, die hochwertige und deutliche Fotos von ihren Kameras gemacht haben. Und es ist immer gut, bei fachkundigen Verkäufern zu kaufen. Anbieter, die wenig Ahnung haben, wissen häufig nicht, was genau sie verkaufen bzw. können nicht prüfen, ob die Kamera richtig funktioniert. So vermeidet man unangenehme Überraschungen.


Gut zu wissen! Was genau unterscheidet eine analoge Kamera von anderen Kameratypen?


Edwin: Eine analoge Kamera unterscheidet sich deutlich von einer Digitalkamera oder der Kamera im Handy. Eine Analogkamera nutzt einen Film, der nur eine begrenzte Zahl an Aufnahmen ermöglicht und wenn dieser voll ist (nach 12, 24, oder 36 Fotos), muss man ihn entwickeln lassen. Es gibt auch Kameras, die immer nur eine Aufnahme auf einem sehr großen Film machen - so groß wie ein A4-Blatt Papier! Diese Art der Fotografie ist zeitaufwendig und teuer, gibt einem aber den Raum und die Zeit, die perfekte Bildkomposition zu finden.


Nutzt man analoge Technik, kann man ganz in den Prozess des Fotografierens eintauchen. Es verleiht einem ein zeitloses Gefühl, wohingegen die Digitaltechnik viel flüchtiger ist. Mit einer Digitalkamera sind schnell 10 Fotos gemacht und man guckt erst hinterher, ob eins davon etwas geworden ist. Seitdem die Digitalfotografie existiert, hat die Menschheit mehr Bilder gemacht als in den vorherigen 160 Jahren, seit der Erfindung und Aufnahme des ersten Fotos im Jahr 1839. Die Analogfotografie ist ein Bekenntnis zum Understatement; weniger ist mehr. Man ist gezwungen, sich die Zeit zu nehmen, ein Foto zu arrangieren und möglichst alle Fehler zu vermeiden.


„Die Analogfotografie verleiht einem ein zeitloses Gefühl, wohingegen die Digitaltechnik viel flüchtiger ist“


Es gibt eine schier unüberschaubare Zahl an Kameraherstellern. Gibt es Marken, nach denen Käufer besonders Ausschau halten sollten?



Edwin: Wenn ein Käufer sein Geld in Kameras investieren möchte, sollte er nach Marken wie Nikon, Leica, Rollei, Hasselblad, Alpa und Objektiven von Zeiss suchen. Alle diese sind hochwertig, manchmal auch teuer, aber sie sind auch relativ preisstabil. Häufig stößt man auf Kameras und Objektive ab 50 Euro, deren Preise in die Zehntausende und manchmal sogar Hunderttausende steigen können.



Wie kann man seine Analogkamera am besten pflegen?


Edwin: Die gute Pflege analoger Kameras ist entscheidend. Wenn sie nicht benutzt werden, trocknet das Fett der Zahnräder und Uhrwerkmechaniken aus oder füllt sich mit Staub. Die Folge kann sein, dass die Mechanik stecken bleibt und nicht mehr funktioniert. Wenn man eine Kamera beruflich einsetzt, sollte man sie vom Fachmann überholen lassen. Häufig werden Kameras mit dem Zusatz CLA angeboten (d.h. Cleaned, Lubricated and Adjusted). Gereinigt, geschmiert und eingestellt kann man mit solchen Modellen noch viele Jahre Spaß haben. Ein bisschen ist es vergleichbar mit dem regelmäßigen Ölwechsel beim Auto.


Ein weiterer Trick ist, kleine Beutel Silica-Gel oder sogar einen kleinen Baumwollbeutel mit Trockenreis zu verwenden, um die Feuchtigkeit in der Nähe Ihrer Ausrüstung aufzufangen.


Ansonsten sollten man auch unbedingt darauf achten, dass Objekte nicht verschmutzt sind und auch keinen Pilzbefall haben. Wenn man ein Objektiv in einer feuchten Umgebung lagert, kann sich Feuchtigkeit ansammeln, was wiederrum ein perfekter Nährboden für Pilzsporen ist. Das Objektiv ist dann meistens nicht mehr zu verwenden. Wenn man nicht aufpasst, kann sich ein solcher Pilz sogar auf die gesamte Sammlung ausbreiten. Ein einziges Objektiv mit Pilzbefall kann eine gesamte Sammlung entwerten.



Man sollte die Objektive vor Schmutz und Pilzbefall schützen und überlegen, ob eine professionelle Reinigung angebracht ist


Würdest du empfehlen, analoge Gebrauchtkameras zu kaufen?



Edwin: Weil analoge Kameras nicht mehr hergestellt werden, kann man sie im Grunde nur noch als Gebrauchtware kaufen. Und ja, ich würde den Kauf empfehlen. Kameras, die zwischen den 1960er und 1980er Jahren gebaut wurden, sind auf eine lange Lebensdauer ausgelegt. Bei der Herstellung wurden hochwertige Metalle und Kunststoffe eingesetzt und meistens sind sie handgemacht. Zudem kann man sie selbst oder von guten Werkstätten reparieren lassen. 



Eine letzte Frage noch. Hat Social Media dazu geführt, dass sich die Nachfrage nach analogen Kameras und entsprechendem Zubehör verändert hat?



Edwin: Wie bereits erwähnt sind Kameras aus den 70er und 80er Jahren sehr gefragt und werden von uns in der Nikon-Auktion, der Leica-Auktion, der Hasselblad-Auktion und der 1950-2000-Auktion im Überfluss verkauft. Wir bieten auch regelmäßig Film- und Video-Auktionen, in denen Filmkameras und analoge Videoausrüstung angeboten wird, die auch heute noch benutzt werden kann. Und natürlich gibt es auch Auktionen mit Geräten rund um die Dunkelkammer, mit denen man seine analogen Bilder entwickeln lassen kann.

Die Nachfrage nach analogen Kameras kommt zum richtigen Zeitpunkt. Nutzer, die schon vor dem digitalen Zeitalter dabei waren, können neuen Generationen beibringen, analoge Kameras zu benutzen und ihre Faszination zu genießen.


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