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Leitfaden für Insider: So kaufe ich meine Taschenuhr

12. Juni 2018

Im späten 19. Jahrhundert wurde es durch den Aufstieg der Eisenbahn immer wichtiger, vor allem für die Schaffner, die Zeit exakt im Auge zu behalte. So entschied sich Levi Strass, der Gründungsvater der berühmten Jeans, eine winzige Tasche in die eigentliche Hosentasche einzunähen, in die man schützend eine Taschenuhr stecken konnte. Diese kleine Tasche gibt es bis heute an vielen Hosen. Ob Sie eine Taschenuhr für den täglichen Gebrauch oder als Investition interessant finden: hier finden Sie einige Tipps, wie Sie die perfekte Taschenuhr finden.

Die ersten Schritte

Bevor Sie sich für eine Taschenuhr entscheiden, sollten Sie sich zunächst überlegen, was Sie sich von einer Uhr wünschen. Wenn Sie aus ästhetischen Gründen eine Taschenuhr anschaffen möchten, einfach um gut auszusehen, dann sollten Sie das in Ihren Entscheidungsprozess einfließen lassen. Wenn Sie eine Uhr haben möchten, die wertstabil ist, gibt es ebenfalls einige Faktoren, die beachtet werden wollen.


John Halsted London Taschenuhr, ca. 1700 - versteigert auf Catawiki für 4.598 Euro

Vintage oder Mode

Seriöse Sammler und Investoren nennen eine Taschenuhr erst dann vintage, wenn Sie mindestens 75 Jahre alt ist. Einige andere sagen, dass eine Uhr nicht mehr produziert werden darf, um als vintage gelten zu können. Wie so häufig bei vintage Objekten gilt auch hier, dass ein Objekt wertvoller und auch langfristig eine solidere Investition ist, wenn alle Teile noch original sind. Wenn Ihnen eine vintage Taschenuhr von Rolex gefällt, achten Sie darauf, dass das originale Kristallglas über dem Zifferblatt nicht ausgetauscht wurde. Saphirkristall gibt es erst seit den 1980er Jahren und dieses Material hat auf einer vintage Rolex dementsprechend nichts zu suchen.

Mechanisch oder Quarz

Bevor Sie eine Uhr kaufen, sollten Sie sich entscheiden, ob Sie eine mechanische Taschenuhr oder eine Quarz besitzen wollen. Quarzuhren sind natürlich um einiges praktischer, wenn Sie die Taschenuhr regelmäßig benutzen möchten. Die Batterie hält ungefähr zwei Jahre und es gibt sie in allen erdenklichen Varianten. Mechanische Uhren, auch als „Aufziehuhren“ bekannt, sind im Gegensatz dazu eine eher klassische Erscheinung. Diese Uhren zu bedienen ist jedoch etwas technischer.


Lepine Doppelte Halbsavonette Taschenuhr, Made in Switzerland - ca. 1890

Zustand

Das Zifferblatt ist das Verkaufskriterium einer jeden Uhr, achten Sie also auch in der Tiefe auf Flecken und Kratzer. Kleine Markel, ein gebrochenes Scharnier oder fehlende Schräubchen können leicht behoben werden, bei offensichtlichen Dellen oder fehlenden, größeren Teile ist es schon etwas schwieriger und die Restaurierung kostenintensiver. Achten Sie darauf, dass die Zahnrädchen aus Metall und nicht aus Plastik sind, diese sind nämlich viel langlebiger. Wesentliche Elemente wie die Lünette- das Stück auf dem Metallgehäuse, welches das Kristallzifferblatt hält- sollten ebenfalls unbeschädigt sein.

Welche Marke soll ich nehmen?

Verschiedene Uhrmacher verwenden verschiedene Techniken. High-End Marken sind immer eine Investition wert: für die Nutzung und als pures Investitionsobjekt, denn Sie halten immer ihren Wert. Rolex, Vacheron Constantin, Omega, IWC und Patek Philippe sind einige der seriösen Uhrmacher, die es auf jeden Fall wert sind. Diese Marken können etwas teurer sein, Sie können aber sichergehen, dass diese jeden Penny wert sind.


Die Mechanik einer SAVOYE FRERES & Co. Taschenuhr aus ca. 1900

Arten von Uhren

Es gibt verschiedene Stile von Taschenuhren, aus denen Sie wählen können: offene Modelle, Savonette, Halbsavonette oder doppelte Halbsavonette. Savonette-Stile haben eine runde Metallabdeckung, die über dem Uhrenglas und dem Zifferblatt schließen. Offene Stile haben diesen Deckel nicht. Weiter unten lesen Sie Beschreibungen zu jedem Stil. Wenn Sie nach einer minimalistischen Version suchen, ist die offene Variante für Sie die beste Wahl. Wenn Sie ein Exemplar wünschen, das etwas mehr verziert ist, entsprechen die Savonette-Stile vielleicht eher Ihren Wünschen.

Offene Taschenuhr

Dies ist eine Taschenuhr ohne Deckel. Heutzutage ist dieser Stil durchaus üblich, im 18. und 19. Jahrhundert hingegen keineswegs, da die Uhr leicht hätte beschädigt werden können.

Halbsavonette Taschenuhr

Eine Taschenuhr mit einem Deckel, der ein Loch hat oder einen Kristall trägt. Somit konnte der Besitzer die Zeit ablesen, ohne den Deckel öffnen zu müssen.

Savonette Taschenuhr

Eine Taschenuhr, die vollständig durch einen Sprungdeckel geschützt ist; häufig auch an der Außenseite graviert.

Doppelte Savonette Taschenuhr

Eine Taschenuhr, die an beiden Seiten mit einem Deckel bedeckt ist. Somit kann der Besitzer nicht nur die Zeit ablesen, sondern sich auch das mechanische Uhrwerk auf der Rückseite genauer ansehen.

Doppelte Halbsavonette Taschenuhr

Eine Taschenuhr, die an beiden Seiten mit einem offenen Deckel bedeckt ist. Somit kann der Besitzer nicht nur die Zeit ablesen, sondern sich auch das mechanische Uhrwerk auf der Rückseite genauer ansehen. In der vorderen Abdeckung ist eine Aussparung, sodass die Zeit abgelesen werden kann, ohne den Deckel zu öffnen.

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