Geschichte

Bauhaus: die Merkmale

Von Rosanne Schipper | 23. Mai 2018

Wenige Jahre nachdem der Erste Weltkrieg Deutschland in eine politische, soziale und wirtschaftliche Krise stürzte, verschob sich die kulturelle Ästhetik: weg vom emotionalen Expressionismus, hin zu einer rationalen, funktionalen und sachlicheren Designsprache. Walter Gropius wurde zum Direktor des Bauhauses ernannt. Er verstand das Ende des Krieges als einen Wendepunkt in der Geschichte und suchte nach einem neuen Stil, der diese Wendung reflektierte. Obwohl das Staatliche Bauhaus insgesamt nur 14 Jahren bestand, hat die Kunstschule ein bleibendes Erbe hinterlassen. In dieser Story beleuchten wir die Merkmale, die ihre Lehre bestimmte.

Die Verknüpfung der Kunst mit Handwerk und Massenproduktion

Das Ziel der Schule definierte Walter Gropius als „die Schaffung einer neuen Zunft von Handwerkern, ohne die Klassenunterschiede, die eine arrogante Kluft zwischen Handwerker und Künstler reißt". Im Wesentlichen bedeutete dies, dass die handwerkliche Tradition mit der modernen Technologie verschmolzen wurde, um mit Hilfe der Massenproduktion den Bedürfnissen des Systems gerecht zu werden - ein Ideal, das sowohl praktisch als auch für den Wiederaufbau des Landes notwendig war.

Form follows function

Der amerikanische Architekt Louis Sullivan war einer der ersten, der den berühmten Ausdruck „form follows function“ (dt. Die Form folgt der Funktion) verwendete. Dieser einfache Satz wurde zu einem der Grundgedanken des Bauhauses. Er besagt, dass im Design eine Form immer nach ihrer Funktion und nicht ausgehend vom ästhetischen Profil entwickelt werden sollte. Der Nutzen sollte an erster Stelle stehen und übermäßige Verzierungen wurden vermieden. 

Ehrliche Materialien

Nach Ansicht der Lehrenden am Bauhaus sollten die verwendeten Materialien die wahre Natur von Objekten und Gebäuden widerspiegeln. So lehrte die Schule des Bauhauses, dass Materialien nicht um der Ästhetik willen verändert oder versteckt werden sollten. Der Blick sollte nicht von der Konstruktion eines Objekts oder Gebäudes abgelenkt werden, sondern sie wurde zu einem integralen Bestandteil des Entwurfs gemacht.

Im Inneren des Bauhaus-Gebäudes in Dessau, Deutschland

Minimalismus

Der minimalistische Stil der Kunst, Architektur und des Designs des Bauhauses spiegelte diese Vorstellungen von Funktionalität und ehrlichen Materialien wider. Er wurde von Bewegungen wie der Moderne und De Stijl inspiriert und gilt als Gegenbewegung zu Art Deco und Jugendstil. Die Bauhaus-Künstler bevorzugten lineare und geometrische Formen, florale oder kurvenförmige Muster wurden unbedingt vermieden. Es ging nur um Linie, Form und Farbe. Alles andere war unnötig und musste reduziert werden.

Gesamtkunstwerk

Im Zentrum des Bauhauses steht die Idee des Gesamtkunstwerks, einer Synthese, in der mehrere Kunstformen durch die Architektur vereint werden. Für die Bauhausschule war ein Gebäude nicht nur eine leere Hülle, sondern ein Teil des Gesamtentwurfs, und alles, was sich darin befand, fügte sich zum Gesamtkonzept hinzu. 

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