Interviews

Interview mit dem Briefmarkensammler und Catawiki-Verkäufer Herrn Bettenbühl

Welches ist das weltweit größte Sammlerthema? Genau, es sind natürlich die Briefmarken! In der Tat gehört das Sammeln von Briefmarken seit dem 19. Jahrhundert zu den beliebtesten Hobbys. Die Vielfalt neuer Briefmarken und die Kreativität der Herausgeber eines jeden Landes scheinen schier endlos zu sein. Das Sammeln von Briefmarken ist nicht nur einfach, lehrreich und bringt Freude, sondern kann unter Umständen auch sehr lukrativ sein. Wir sprachen mit Herrn Bettenbühl, einem unserer Briefmarkenverkäufer. Dieser erzählt uns ein wenig über den Reiz des Briefmarkensammelns und von seinen Erfahrungen mit dem Verkauf in unseren wöchentlichen Auktionen.

Zunächst möchten wir Ihnen danken, dass Sie sich Zeit für dieses Interview genommen haben. Wie und wann haben Sie zum ersten Mal von Catawiki gehört?
Herr Bettenbühl: Zum ersten Mal aufmerksam geworden bin ich durch Werbung im Internet und ich war sofort fasziniert von dem Konzept. Ich denke... das Besondere ist das Fachwissen der Experten, dass das Vertrauen der Bieter steigert und die Plattform sehr vertrauenswürdig macht.


Wir kennen Sie als einen wirklich leidenschaftlichen Briefmarkensammler. Was fasziniert Sie so an Briefmarken?
Ja, das stimmt. Briefmarken sind wirklich eine große Leidenschaft von mir. Schon seit meinem 16. Lebensjahr bin ich begeistert von dem Thema. Zum einen treibt das Sammeln mich selbst an und zum anderen sind es die historischen und geographischen Aspekte, die mich faszinieren. Beides macht für mich den Wert einer Briefmarke aus. Nur durch das Sammeln von Briefmarken konnte ich viel über bestimmte historische Hintergründe erfahren, von denen ich sonst niemals erfahren hätte. Ein Brief kann viel über die Zeit erzählen, in der er geschrieben wurde; und natürlich auch über die Personen, die beteiligt sind.

Mit dem Briefmarkensammeln sind also immer auch große Geschichten verbunden. Und das bringt uns direkt zum nächsten Thema. Was sind Ihre Lieblingsmarken?
Im Allgemeinen ist meine Lieblingsmarke die sogenannte „Basler Taube“, eine Schweizer Marke und die erste aus dem Kanton Basel. Meine liebste deutsche Briefmarke ist der bayrische „Schwarzer Einser“. Es handelt sich um die erste deutsche Briefmarke, die 1849 herausgegeben wurde. Mein persönlich liebstes geografisches Gebiet ist Kroatien, besonders zwischen 1941 und 1945, als das Land ein unabhängiger Staat war. Der historische Hintergrund und die vielen Wendungen, die dieses Land im Zweiten Weltkrieg durchgemacht hat, machen es zu einem faszinierenden Gebiet für Briefmarkensammler.


Sie sind schon seit einigen Jahren Verkäufer auf Catawiki. Wenn Sie einmal zurückschauen, was hat sich in den letzten Jahren verändert?
Catawiki entwickelt sich kontinuierlich weiter und verbessert den Auktionsablauf für Käufer und Verkäufer. Außerdem konnte ich auch einen starken Anstieg der Auktionen in der Briefmarkenkategorie auf Catawiki feststellen. 2013 gab es noch ausschließlich internationale Auktionen. Inzwischen gibt es 12 verschiedene Auktionen pro Woche und dazu noch eine monatliche Auktion für sehr exklusive Briefmarken.


Natürlich folgen Sie Ihren eigenen Auktionen sehr genau und so kommen Sie auch häufig in Kontakt mit den Bietern. Wie würden Sie den typischen Interessenten von Briefmarken auf Catawiki beschreiben?
Der typische Bieter in meinen Auktionen kommt aus den Niederlanden. Aber häufig sind es auch Bieter aus der ganzen Welt, wie zum Beispiel aus Papua-Neuguinea. Seit Kurzem sehe ich auch viele Bieter aus Nordamerika und China. Aber die meisten meiner Lose gehen in die Niederlande, nach Italien, Spanien und Deutschland. Ich denke, vor allem in Deutschland gibt es noch ein enormes Wachstumspotential.

Der durchschnittliche Wert eines Loses in meinen Auktionen liegt zwischen 100 und 150 Euro. In letzter Zeit konnte ich auch hier einen Zuwachs feststellen, was mich natürlich sehr freut. Inzwischen kann ich Einzelmarken für bis 4.000 Euro auf Catawiki verkaufen!

Jetzt gerade gibt es eine Auktion mit zwei wirklich außergewöhnlichen Losen, die die Augen eines jeden Briefmarkensammlers zum Leuchten bringen werden. Welche sind das und welche Geschichte haben sie?
Die eine ist der Schwarzer Einser, den ich bereits zuvor erwähnte. Diese deutsche Briefmarke stammt aus dem Jahr 1850 und befindet sich auf einem Brief, der an einen Herrn Moritz Ulfelder im bayrischen Regensburg adressiert ist. Die Marke ist mit dem sogenannten „Mühlradstempel 315“ abgestempelt, in einer Stadt namens Schwarzenbach an der Saale. Auf der Rückseite des Briefes befindet sich ein Stempel, der den Empfang quittiert. Er ist auf den 23. Dezember 1850 datiert, also kurz vor Weihnachten. Also: ein Schwarzer Einser zu Weihnachten ist wirklich etwas Besonderes!


Was diese Marke abgesehen vom Datum besonders macht? In den 1800er Jahren wurden die meisten Briefmarken nach Ankunft von den Briefen entfernt. Heute gibt es demnach nur noch sehr wenige Briefe mit Briefmarken. Aber da wäre noch eine weitere Kleinigkeit: Die Marke hat einen geringfügigen Druckfehler, der nur einmal pro Druckbogen vorkommt. Zusätzlich kommt der Brief mit zwei Beglaubigungen.

Das zweite Highlight in der Auktion ist ebenfalls eine Marke aus der Frühzeit der deutschen Briefmarken. Sie stammt aus Lübeck und ist auf 1859 datiert. Es handelt sich um eine braune 2 Schilling mit Druckfehler. Eigentlich sollte diese Marke eine Wertangabe von 2 Schilling haben, aber versehentlich hat jemand die Druckmaschine mit der falschen „2 1/2“ Drucktype ausgestattet. Der Fehler liegt im Feld 96 des Druckbogens. Das bedeutet, dass dieser Fehler nur bei jeder 100sten Briefmarke vorkam. In den 1800er Jahren gab es deutlich weniger Briefverkehr als heute und die ersten 5 Ausgaben der Lübecker Briefmarke wurden nur selten gestempelt. Die meisten der heute noch existierenden sind demnach unbenutzt.


Entsprechend der beiliegenden Beglaubigung des Gutachters Volker Mehrmann, gehört die Marke zu den seltensten aus dem Raum Lübeck.

Wow, das ist wirklich etwas Besonderes! Wann genau können wir diese Briefmarken in der Auktion sehen und welche Erlöse erwarten Sie hier?
Die Auktion beginnt am 13. Oktober und endet am 23. Oktober. Für den Schwarzen Einser erwarte ich den Zuschlag bei 4.500 Euro und für die Lübecker Marke bei 1.500 Euro. Ein richtiges Schnäppchen, da die Katalogpreise für diese beiden Raritäten bei jeweils 9.000 Euro liegen.

Für wen sind Ihrer Meinung nach diese Briefmarken besonders interessant? Wer sollte diese Auktion auf keinen Fall verpassen?
Jeder Sammler, der sich für diese Zeit in Deutschland, genauer gesagt: Altdeutschland, interessiert, sollte unbedingt bei dieser Auktion dabei sein. Derartige Stücke werden auch bei den größten Auktionshäusern der Welt nur selten angeboten. Und in den aktuellen Zeiten mit niedrigen Zinsen, sind derartige Marken eine sehr gute Wertanlage.


Vielen Dank an Herrn Bettenbühl für diesen interessanten Einblick. Die in diesem Interview erwähnten Briefmarken werden bis zum 29. Oktober in unserer Deutsche Briefmarken Auktion versteigert. Schauen Sie sich auch gerne weitere interessante Briefmarken von Herrn Bettenbühl alias carlos151060 an. Und wenn Sie noch andere historische Schätze und einzigartige Geschichten kennenlernen möchten, dann schauen Sie sich in unseren wöchentlichen Briefmarken Auktionen um.

Wenn Sie ein Briefmarkensammler sind und Ihre Marken ebenfalls online verkaufen möchten, dann können Sie sich hier kostenlos anmelden und Ihre Marken auf Catawiki zur Auktion anbieten.

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