Sonstige

Eine vergessene Kunstform: Die Geschichte der Buchbinderei

Heutzutage ist jeder gewöhnliche Roman, den Sie in einer Buchhandlung kaufen mechanisch gedruckt und gebunden. Aber das 2.000 Jahre alte Handwerk des Buchbindens gibt es nach wie vor und ist heute viel mehr als das bloße Zusammenbinden einzelner Seiten, sondern schon nahezu eine Kunstform. Es gibt sogar Wettbewerbe, bei denen die Teilnehmer ihre technischen und künstlerischen Fähigkeiten unter Beweis stellen können. Inzwischen gibt es unzählige Arten und Stile im Bereich des Buchbindens. Aber wie ist es dazu gekommen? Lassen Sie uns zurückschauen und die Geschichte und Entwicklung der Buchbinderei betrachten. Es war einmal, 300 n.Chr. ...

Die ersten Bücher
Das erste Jahrhundert nach Christus zeichnet sich durch die ersten "Bücher“ aus, die den heutigen sehr ähnlich sind. Zuvor gab es bereits geschriebene Manuskripte, diese fand man aber eher in gerollter Form. Zu dieser Zeit veränderte sich dies und lose Papiere wurden zu „Kodizes“ gebunden. Die frühesten Kodizes wurden nach der Methode der koptischen Bindung zusammengefasst. Bei dieser Methode werden mehrere Lagen Papier durch das Verschlingen eines Fadens miteinander verbunden.  

Schlappe Taschenbücher und feste Bücher
Schon im 2. Jahrhundert kamen Bücher mit einem weichen Einband auf. Derartige frühe Exemplare können noch am ehesten mit unseren modernen Taschenbüchern verglichen werden. Entweder hatten Sie gar keinen Einband oder einen weichen Einband aus Pergament oder Papier.

Nicht viel später experimentierten die Buchbinder des Mittelalters mit Einbänden aus Holz, die häufig mit Leder bezogen waren.


Westliche Überbleibsel
Das älteste westlich gebundene Buch ist das St. Cuthbert Evangelium. Es ist datiert auf das 8. Jahrhundert n.Chr und befindet sich derzeit in der British Library. Es wurde genaustens untersucht und sogar einem CT-Scan unterzogen, um einen Einblick in den Aufbau des Buches werfen zu können. Man fand heraus, dass sich zwischen dem Leder und den Holzbrettern ein lehmartiges Material befindet, wodurch das Muster auf dem Deckel erhöht wurde.
Als die mittelalterliche Buchbindung entwickelt wurde, wurden bei einigen Büchern Klammern hinzugefügt. Ähnliche Bindungen können bei Büchern gefunden werden, die in Pergament eingebunden sind. Da Pergament gegen Feuchtigkeit aber sehr empfindlich ist, wurden Bücher mehr und mehr mit Stoff eingebunden.


Ein Buch oder ein Gürtel?
Heutzutage tragen wir das Wissen der Welt mit unseren Smartphones herum, früher im Mittelalter jedoch konnte es nur in Büchern aufbewahrt werden. Zwischen dem 13. und 16. Jahrhundert stieg die Quote derjenigen, die des Lesens mächtig waren, und darauf folgte eine innovative Art des Buchbindens: das Gürtelbuch. Diese Bücher waren mit Leder gebunden, das sich lose am Buch befand und dadurch am Gürtel befestigt werden konnte. Dies ermöglichte der bürgerlichen Bevölkerung, Bücher (hauptsächlich religiöse Texte) dabei zu haben.

Im Laufe der Zeit wurden Bücher immer aufwendiger gestaltet. Die Erfindung und Verbreitung von Papier erlaubte es, Bücher in einer bisher unmöglichen Auflagengröße herzustellen. Diese steigenden Möglichkeiten erforderten eine gewisse Automatisierung des Bindevorgangs.


Die Geburt des mechanischen Drucks
Moderne Kodizes entstanden im 19. Jahrhundert; nach einem gewaltigen Anstieg der Nachfrage nach Büchern. Um Schritt zu halten, mussten sowohl die verwendeten Materialien als auch die Techniken überdacht werden. Herausgeber übernahmen die gesamte Herstellung eins Buches, vom Druck bis zur Bindung. Bücher wurden auf sprödem Papier gedruckt und bis zum Ende des Jahrhunderts erhielten fast alle Bücher einen Leineneinband. Viele Bibliotheken haben diese Bücher mit einem neuen Einband versehen, wobei heutzutage versucht wird, die alten Einbände zu erhalten.

Praktisch oder hübsch?
Im 20. Jahrhundert war das Buchbinden vollständig mechanisiert und der Klebstoff ersetzte den Faden, um die Seiten zusammenzuhalten. Doch nicht Jeder war von dieser industriellen Revolution begeistert. Buchbinder sehen ihr Handwerk als eine Kunst und nicht einfach nur als nützlich. Um diesem Trend entgegenzuwirken, versuchen Buchbinder auch weiterhin den Wert der traditionellen Techniken an die Gesellschaft zu vermitteln. Es gibt Wettbewerbe, die eindrucksvoll vermitteln, dass es sich hier um eine Kunstform handelt; eine Kunstform, die immer nach Perfektion strebt.

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