Geschichte

Von der Badekiste bis zum Bikini: Die Bademode im Wandel der Zeit

Die Tage werden wieder länger und die Sommerferien rücken näher: wahrscheinlich sehnen Sie sich schon nach schönen Strandtagen in der Sonne. Um Sie in die richtige Stimmung für Sonne, Plantschen und das Bräunen zu bringen, ist es nun an der Zeit, einen genauen Blick auf die entsprechende Mode zu werfen und darauf, wie sich die Bademode im Laufe der Zeit verändert hat. Von der obskuren „Badekiste“ bis zum modernen Bikini: die Wassermode hat sich im Laufe der Zeit enorm gewandelt. Verfolgen Sie hier die Entwicklung der Bademode über die Jahrhunderte und finden Sie heraus, wie stark sie sich verändert hat.

Die frühen Jahre - 19. Jahrhundert

Während die ersten vor-viktorianischen Badegäste oft nackt waren, setzte das frühe 19. Jahrhundert und das Viktorianische Zeitalter deutlich strengere moralische Richtlinien in Bezug auf den öffentlichen Anstand. Das war die Zeit, in der die Bademode entstand. Weibliche Strandurlauber trugen im Jahre 1800 lange Kleider, die sie nahezu von Kopf bis Fuß bedeckten, wohingegen sich die Herren mit langen Unterhosen aus Wolle bedeckten. Ein Stil, der für das gesamte Jahrhundert weitgehend unverändert blieb. Um sicherzustellen, dass sich bei den Damen nicht das kleinste Fitzelchen Haut entblößte, besaßen die Frauenkleider sogar Gewichte, die in die Säume eingenäht waren, um den Stoff an den Knöcheln festzuhalten. Und als ob das noch nicht genug wäre, konnte man an den sehr beliebten Stränden so etwas wie Badekisten vorfinden. Hierbei handelte es sich um Holzkisten auf Rädern, mit denen eine Frau ins Wasser eintauchen konnte und gleichzeitig vor neugierigen Blicken geschützt wurde.


Frauen konnten sich in Badekisten umkleiden und wurden dann ins Wasser gefahren, um ein Bad nehmen zu können

Funktion und Form

Die Zeiten, in denen man in einer Holzkiste an den Strand gerollt wurde, hielten glücklicherweise nicht sehr lange an. Im frühen 20. Jahrhundert verloren Badeanzüge an Stoff und wurden ein wenig praktischer. Dies hatten die Menschen vor allem Annette Kellerman zu verdanken, einer australischen Weltrekordschwimmerin, die wegen Entblößung in der Öffentlichkeit verhaftet wurde. Der Grund dafür war, dass sie an einem Strand in den Vereinigten Staaten in einem einteiligen Anzug ihre Beine zur Schau stellte. Während die USA deutlich länger brauchten, um diesen Kleidungsstil zu akzeptieren, fand dieser einteilige Entwurf mit bloßgelegten Armen und Beinen in weiten Teilen Europas um einiges mehr Akzeptanz.


Der einteilige Badeanzug mit nackten Armen und Beinen war zu Anfang des 20. Jahrhunderts in weiten Teilen Europas akzeptiert

Sonnen, nicht schwimmen

Mit den aufkommenden 1920er Jahren, wandelte sich das Schönheitsideal und die Strandgäste wünschten sich braune Haut. Dieser Trend wird häufig der französischen Modeschöpferin Coco Chanel zugeschrieben, die ihren üppigen Lebensstil offen zur Schau stellen wollte. Ein Beispiel dafür, dass sich das Leben zugunsten der Freizeit entwickelte, was weit über ein einfaches Bad im Meer hinausging. Obwohl die übermäßige Freizügigkeit noch immer zu Problemen in der Öffentlichkeit führte, wurde der Ausschnitt tiefer und die Oberschenkel stetig mehr entblößt. Ende der 1930er Jahre war es auch bei Männern üblich, sich mit nackter Brust am Strand zu zeigen. Und mit der sich globalisierenden Welt im Vorfeld des Zweiten Weltkriegs, nahm die Bademode eine noch ganz andere Form an...


Badegäste am Strand in Coney Island, Vereinigte Staaten im Jahr 1936

Pinups und der Zweiteiler

Während des Zweiten Weltkriegs führte die Materialknappheit dazu, dass auf alle überflüssigen Teile des Badeanzugs verzichtet wurde. Die Popularität des zweiteiligen Badeanzugs stieg in Verbindung mit diesem moralisch vernünftigen Grund rasant an und führte dazu, dass sich die Menschen deutlich aufgeschlossener präsentierten. In den USA nutzten Magazine wie die Sports Illustrated die neu entdeckte Freiheit der Strandbesucher und die neuen Bademoden drängten in das nationale Bewusstsein. Aber auch der Aufstieg der Hollywood-Sternchen und Pinup-Plakate führte zur steigenden Beliebtheit offenherziger Bademode und veränderte die öffentliche Sicht auf die Freizügigkeit.


Hollywood Sternchen und Pin-Ups sorgten für einen weiteren Anstieg der Beliebtheit von Bademode

Die Geburt des Bikinis

Nach dem Zweiten Weltkrieg konnte man die ersten Bikinis an den Stränden entdecken. Seinen Namen erhielt dieses Kleidungsstück dem Bikini Atoll nach, Schauplatz amerikanischer Atomwaffentests, der sich auf den „explosiven“ Effekt bezieht, den der Bikini auf seinen Betrachter haben würde. Der Bikini wurde erstmals auf einer Pariser Modenschau von Designer Louis Reard vorgestellt. Möglich gemacht wurde diese Bademode durch die inzwischen weite Verbreitung von Nylon, das für Haltbarkeit und schnelle Trocknungseigenschaften bekannt war. Traditionellere, zurückhaltende und einteilige Badeanzüge blieben weiterhin beliebt, aber der Erfolg des Bikinis wurde durch die sexuelle Befreiung in den 1960er Jahren angefeuert und das umstrittene Kleidungsstück trat seinen Siegeszug an. Dies öffnete die Tür zu der Vielfalt an Badebekleidung, die wir heute kennen und lieben.

Der bekannteste Bikini aller Zeiten war der von Ursula Andress im James Bond Film „Dr. No“ aus dem Jahr 1962

Der Tankini übernimmt die Spitze

Ende der 1990er Jahre wurde der Tankini der Bademodeszene vorgestellt. Der Tankini versucht, die Flexibilität des Bikinis mit der Zurückhaltung eines einteiligen Badeanzugs zu kombinieren und dieses Konzept funktioniert. Anne Cole, Bademode-Designerin und eine Mogulin der Bademodeindustrie, revolutioniert einen Bereich, der in den letzten Jahren kaum etwas Neues gesehen hat. Der Tankini verkaufte sich außerordentlich gut und machte schnell einen Drittel des Bademodenmarktes aus.

Anne Coles Tankini kombiniert die Flexibilität eines Bikinis mit der Zurückhaltung eines einteiligen Badeanzugs

Heutzutage

Heutzutage sehen wir eine große Vielfalt an Bademode auf dem Markt. Eine moderne Art nennt sich Bandeaukini: er besteht aus einem Bandeau-Oberteil, ohne Träger (oder mit abnehmbaren Trägern), der mit einem Bikinihöschen getragen wird. Und für alle Damen, die das Maximum aus ihren weiblichen Rundungen herausholen möchten, ist der Trikini-Badeanzug für Frauen jeden Alters und jeder Größe die perfekte Wahl. Dieser Badeanzug ist eine Kombination aus einem Bikini und einem einteiligen Badeanzug und besteht aus einem Stück Stoff, bei dem beide Teile miteinander verbunden sind. Dabei sind viele Teile des Körpers, wie Hüfte und Bauch unbedeckt, so wie beim klassischen zweiteiligen Bikini. Man darf gespannt sein, welche Trends als nächstes am Strand entdeckt werden können. Bis jetzt sind es noch die klassischen Stile des 20. Jahrhunderts, der Badeanzug, der Bikini und der Tankini, von denen die Bademode geprägt wird.

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