Expertentipps: So bestimmten Sie den Wert Ihrer Objekte für die Auktion

Haben Sie auf Ihrem Dachboden eine alte Kiste gefunden? Oder haben Sie vielleicht ein besonderes Erbe angetreten? Vielleicht haben Sie auch noch Objekte aus Ihrer Kindheit, die schon lange nicht mehr benutzt werden? Es können alte Comics sein, besondere Schmuckstücke oder Gemälde. Eventuell liegen hinter den Objekten versteckte Werte, die in einer Auktion viel Geld einbringen können. Aber wie findet man das heraus? Lesen Sie hier die Tipps von unserem Expertenteam. Unsere Experten haben einen Leitfaden zusammengestellt, wie Sie den potenziellen Wert von Objekten bestimmen können...

1. Seltenheit

Die Seltenheit ist einer der wichtigsten Faktoren bei der Wertbestimmung von Sammlerstücken. Ein Objekt ist dann selten und rar, wenn nur wenige Exemplare davon im Umlauf sind oder noch besser, wenn Ihr Objekt absolut einzigartig ist. Zum Beispiel, eine Hummel Figur, von der nur 2.000 Stück gefertigt wurden oder eine der letzten Weinflaschen eines bestimmten Jahrgangs. Wenn etwas in großer Anzahl vorhanden ist, sind Sammler generell nicht bereit, höhere Summen zu zahlen. Bei Raritäten und Unikaten hingegen sehr wohl. Forschen Sie ein bisschen nach, ob Ihr Objekt in limitierter Auflage oder als Einzelanfertigung herausgebracht wurde. Versuchen Sie herauszufinden, ob etwas anderes an Ihrem Objekt, vielleicht dem Design, an dem Stil oder anderen Funktionen, einzigartig oder besonders ist. Und denken Sie daran: wenn nicht viele Menschen so etwas haben, dann wollen es andere umso mehr!

2. Alter

Häufig gilt: je älter, desto besser. Einige Artefakte und Sammlerstücke gehen im Laufe der Zeit verloren oder werden stark beschädigt. Einige Materialien haben sich bis heute nicht gehalten. Es ist also nicht selbstverständlich, dass alte Objekte es bis in die heutige Zeit schaffen. Objekte, die mindestens 100 Jahre alt sind, nennt man für gewöhnlich antik. Wenn Sie ein außergewöhnliches altes Objekt, also eine Antiquität, besitzen, ist es wahrscheinlich, dass es davon nur noch wenige gibt. Auch das kann den Wert Ihres Objekts steigern. Wenn Sie aber ein antikes Objekt besitzen, von dem es noch mehrere Exemplare gibt und von dem auch noch viele im Umlauf sind, ist dieses wiederum häufig nicht so wertvoll; auch dann wenn es sehr alt ist. Das eigene Objekt zu datieren, ist gar nicht so einfach, wenn man die Herkunft nicht kennt. Achten Sie auf Markierungen, Punzen, Gravuren, Inschriften, o.ä. und versuchen Sie herauszufinden, was diese bedeuten. Auch wenn Sie das exakte Datum nicht herausfinden können, eine grobe Einschätzung des Jahrhunderts bringt Sie meist schon einen Schritt weiter. Ein geschichtlicher Hintergrund ist für Sammler auch immer sehr interessant.

3. Zustand

Mit Zustand ist die heutige Verfassung des jeweiligen Objekts gemeint. Wie gut hat sich ein Objekt über die Jahre gehalten? Ein wichtiger Faktor für die Wertbestimmung. Ein Beispiel: Beeinträchtigungen und Beschädigungen, wie Rost, Korrosion, Kratzer, usw. wirken sich auf den Wert aus und sind in der Regel wertmindernd. Ein Stück in einem exzellenten Zustand wird einen höheren Wert haben, als ein vergleichbares in einem nur sehr mäßigen Zustand. Ein Pluspunkt ist, wenn es zu dem Objekt noch die Originalverpackung gibt, im besten Fall, unbeschädigt, oder Etiketten noch unversehrt vorhanden sind.

4. Marke oder Hersteller

Bei vielen Sammlerstücken ist es üblich, dass bestimmte Marken und Hersteller bei Bietern besonders begehrt sind. Dafür gibt es mehrere Gründe. Manchmal liegt es daran, dass bestimmte Firmen oder Designer nicht mehr aktiv sind und die vorhandenen Produkte entsprechend nur in einer begrenzten Stückzahl auf dem Markt verfügbar sind. Häufig ist eine Marke oder eine Person auch für die Herstellung eines Produkts besonders bekannt. Dann reden wir über außergewöhnliche und hochwertige Objekte, die zum Beispiel in Handarbeit gefertigt wurden. Wenn ein Etikett oder eine Verpackung vorhanden ist, könnten diese Aufschluss geben. Auch ein eventueller Sockel kann mehr über den Namen des Schöpfers verraten. Wenn Sie deratige Angaben finden, können Sie diese recherchieren und so herausfinden, wie viel Ihr Objekt ungefähr wert sein könnte.

5. Wo wurde es hergestellt?

Der Herstellungsort oder das Land, in dem das Objekt gefertigt wurde, ist ein weiterer wichtiger Bestandteil bei der Wertermittlung. Eine bestimmte Markierung einer Briefmarke oder eine Gravur auf einer originalen, alten Münzekönnen auf einen besonderen historischen oder sozialen Kontext hinweisen. Noch einmal: schauen Sie sich alle Markierungen, sämtliche Referenzpunkte, genau an. Diese werden Sie auf den richtigen Weg bringen.

6. Restaurationen

Umfassende Restaurationsstellen mindern für gewöhnlich den Wert eines Sammlerstücks. Im idealen Fall ist ein Objekt noch in seiner originalen Form und wurde immer gut behandelt. Abhängig ist der Wert dann aber natürlich vom Einzelfall. Einfache Reparaturen an zum Beispiel antiken Schreibmaschinen oder Modellbahnen, damit sie reibungslos funktionieren, sind aber durchaus akzeptabel. Grundsätzlich gilt, dass sämtliche Formen von Restaurationen den Wert eines Objekts mindern. Als Faustregel sollten man auch festhalten: notwendige Restaurationen sollten ausschließlich von Fachleuten mit Originalteilen und entsprechendem Werkzeug ausgeführt werden.

7. Qualität

Verwechseln Sie die Qualität nicht mit dem Zustand. Unter Qualität versteht man die Art, wie ein Objekt hergestellt wurde, die Qualität des verwendeten Materials und das Niveau der Handwerkskunst. Natürlich wird ein qualitativ hochwertiges Objekt immer höheres Interesse bei den Bietern hervorrufen, als eines in minderer Qualität.

8. Geschichte

Gibt es zu Ihrem Objekt eine interessante Hintergrundgeschichte? War es vielleicht an einem besonderen Ereignis beteiligt? Wurde es vielleicht von einer Berühmtheit verwendet? Wenn Ihr Objekt für ein gewisses Ereignis relevant war, besonders, wenn es auch in Funk und Fernsehen oder in Geschichtsbüchern dargestellt ist, wird das den Auktionspreis in die Höhe treiben. Auch wenn die Geschichte nicht berühmt ist, kann es sehr interessant sein. Wenn Sie zum Beispiel den gesamten Weg eines Objekts, von der Herstellung über sämtliche Eigentümer bis zu Ihnen, zurückverfolgen und dies auch nachweisen können, dürfen Sie sich auf hübsche Auktionserlöse freuen. Wenn vorhanden, können auch Unterlagen oder Quittungen, vielleicht sogar Beweisfotos wichtige Hinweise auf die Datierung, Herkunft und den geschichtlichen Hintergrund liefern. Diese begleitenden Dokumente sollten Sie auf jeden Fall gut aufbewahren!

9. Der Wow-Faktor

Was das ist? Das ist in der Tat nicht ganz einfach zu definieren, aber durchaus auch entscheidend für den Wert. Manchmal ist es die Kombination bestimmter Eigenschaften, die zum richtigen Zeitpunkt zusammen kommen, die ein Los, durch die Decke gehen lässt. Nehmen wir zum Beispiel diesen alten Allesschneider oder diese Pokémon "Pikachu Pole".  Wenn ein Objekt den Atem stocken lässt, Kopfschütteln verursacht, Menschen direkt ihrem Nachbarn davon erzählen wollen... dann ist das der Wow-Faktor und Sie sitzen vielleicht auf einem Goldschatz.

Weitere wichtige Punkte

Dieser allgemein gehaltene Leitfaden gibt uns einen guten Eindruck, worauf wir bei der Wertermittlung achten sollten. Aber es gibt natürlich noch viele andere Dinge. Wie viele Informationen Sie auch über ein Los in Erfahrung bringen konnten, ist es unglaublich schwer zu sagen, welchen Preis es in der Auktion erzielen wird. Eine exakte Vorhersage ist kaum möglich, da der erfolgreiche Verkauf doch noch von weiteren unvorhersehbaren Faktoren abhängt:

1. Persönlicher Geschmack

Generell kann man sagen: ein Objekt ist so viel wert, wie Menschen bereit sind, dafür zu zahlen. Frei nach „was dem einen seine Eule, ist dem anderen seine Nachtigall“ können die Interessen und die Wertschätzung für dasselbe Objekt weit auseinander gehen. Ihr alter und scheinbar wertloser Spielzeugsoldat aus vergangenen Zeiten kann für einen anderen das einzige noch fehlende Teil seiner heißgeliebten Sammlung sein. Das kann den Verkaufspreis eines Objekts natürlich maßgeblich beeinflussen.

2. Zur rechten Zeit am rechten Ort

Oft geht es bei einer Auktion um reines Glück. Es kann immer sein, dass Ihr Los für weit mehr- oder auch weniger- als Sie erwartet haben, versteigert wird. Und der Unterschied liegt manchmal schlicht im Zufall begründet. Saisonale Trends, weltweite Ereignisse, der allgemeine Markt bestimmter Objekte... viele Zufälle können die Beliebtheit verschiedener Objekte beeinflussen.  

3. Sentimentaler Wert

Sie haben ein extrem altes und seltenes Objekt in einem exzellenten Zustand, das in einer Auktion Rekorde brechen würde, sie es wegen einer besonderen, sentimentalen Erinnerung aber nicht verkaufen möchten! Es ist einzig und allein Ihre Entscheidung. Finden Sie für sich heraus, welche Objekte Sie wirklich entbehren möchten.

Ein guter Tipp: schauen Sie sich auf unseren Auktionsseiten um, ob Ihre oder ähnliche Objekte zurzeit angeboten werden und welche Erlöse sie erzielen. So bekommen Sie einen Eindruck vom aktuellen Wert. Neben den bisher genannten Faktoren können Sie so zu einer Einschätzung kommen und entscheiden, ob Sie Ihre Objekte anbieten möchten und was Sie wert sein könnten.

Wenn Sie sich entschieden haben, Ihre Objekte anzubieten, ist der nächste Schritt ganz einfach. Melden Sie sich als Verkäufer an, das ist natürlich kostenlos und geht ganz einfach. Catawiki macht das Verkaufen Ihrer Objekte sicher, angenehm und sehr lukrativ!